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Tierschutz ist Menschenschutz

In Ihrem Vortrag „Tierschutz ist Menschenschutz“ bei den Kandeler GRÜNEN am Montag, dem 05.07.2010, erläuterte Sabine Luppert,
Sonderpädagogin und Mit-Initiatorin der bundesweit ausgezeichneten Initiative „Schüler für Tiere e.V.“(www.schueler-fuer-tiere.de ) dass Tierschutz auch umfassenden Schutz der Menschen und der Umwelt bedeutet.
Mit eindringlichen Kurzfilmen und detaillierten Hintergrundinformationen beleuchtete sie die Zusammenhänge.

Massentierhaltung und damit verbundene Tiertransporte werden von vielen Menschen als Tierquälerei abgelehnt.

Sie verursachen aber auch Umweltzerstörung, Menschenleid und Hungersnöte – z.B

  • Regenwaldabholzung für Futtermittelanbau und Tierweiden
  • Verbrauch von ca. 50% der Weltgetreideernte und 90% der Sojaernte für Futtermittel,
  • Verbrauch der Wasservorräte
  • Zivilisationskrankheiten durch zuviel Konsum von Billigfleisch
  • Tiermedikamente im Fleisch
  • Verdrängung landwirtschaftlicher Kleinbetriebe und Zerstörung von Arbeitsplätzen
  • ungenügender Arbeitsschutz in Massenviehbetrieben der Billiglohnländer
  • und nicht zuletzt den Schadstoff-und CO-2-Ausstoß, wenn jährlich rund 50 Milliarden lebende Tiere um den Globus gekarrt werden um „billig“zu produzieren.


Dass Tierschützer Tierversuche ablehnen, liegt auf der Hand.

Sabine Luppert zeigte auf, dass Tierversuche auch nach Überzeugung vieler Ärzte und Wissenschaftler den medizinischen Fortschritt eher behindern als fördern,
weil sie die Forschung auf Symptombekämpfung und Produktion neuer Medikamente statt auf Prävention konzentrieren.

Trotz endloser Diabetesversuche an Ratten, Hamstern, Kaninchen und Hunden gibt es z.B. heute fast 10 Millionen Diabetiker in Deutschland, so viele wie nie zuvor.
Viele unerwartete Nebenwirkungen von Medikamenten konnten im Tierversuch nicht festgestellt werden,
Luppert erinnerte an die Skandale um Contergan, Lipobay oder Vioxx.

Fans von Pelzwaren werden unter den GRÜNEN Anhängern kaum zu finden sein, aber auch das beliebte Leder wird von Tierschützern als Produkt abgelehnt. Es wurde deutlich gemacht, dass die Lederproduktion in den meisten Fällen hochgradig umwelt- und gesundheitsschädlich ist und dass ein hoher Anteil des Leders, das in Deutschland gehandelt wird, aus Ländern wie Indien und China kommt, wo Arbeitsschutz ein Fremdwort ist und schon Kinder ohne Atemschutz und Schutzkleidung in den Gerbereien arbeiten.

Abschließend regte Sabine Luppert eine ethische Diskussion an: Welchen eigenen Stellenwert hat das Tier, ohne vom Menschen als Nutz-, Haus- oder Kuscheltier „gewertet“ zu sein?
Es wurde deutlich, dass vom würdevollen Umgang mit Tieren gerade auch der Mensch profitiert.
Im verständnisvollen und respektvollen Miteinander mit Tieren lernen wir, lernen unsere Kinder, mit Schwächeren umzugehen.
Gerade im Bereich der Schul- und Sonderpädagogik sind Tiere wertvolle Helfer, um soziale Kompetenzen einzuüben.

Im Gespräch mit den zahlreichen Gästen wurde deutlich: Es gehe nicht darum, möglichst Viele abzuschrecken oder zu Veganern zu bekehren, sondern das Nachdenken über unseren Umgang mit Tieren als Mitgeschöpfen
anzuregen – dann ist es schon ein wichtiger Schritt, weniger Fleisch zu konsumieren und keine Produkte aus Massentierhaltung zu kaufen.

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